Über den Kurs
Der häufigste Grund für schlechte Bewertungen ist nicht schlechte Arbeit. Es ist fehlende oder unklare Kommunikation. Dieser Text fasst zusammen, was unser Kurs in sieben Lerneinheiten erklärt – vom richtigen Kanal bis zum Abschluss im Verkaufsgespräch.
Der Kanal folgt der Nachricht, nicht der Gewohnheit
- E-Mail für alles, was bleiben soll: Angebote, Terminbestätigungen, Vereinbarungen, Protokolle.
- Chat und Messenger für Schnelles: kurze Rückfragen, Terminbestätigung, Foto vom Ergebnis.
- Telefon für Dringendes und für alles, was sonst schriftlich eskaliert.
- Persönlich oder Videotermin für schwierige Verhandlungen, Kritik und Konflikte.
Zwei Regeln reichen für den Alltag: Die 24-Stunden-Regel – was einen Tag warten kann, ist eine E-Mail; was nicht warten kann, ist ein Anruf. Und die Fünf-Nachrichten-Regel – braucht ein Chat mehr als fünf Nachrichten, ruf an. Was mündlich vereinbart wurde, wird anschließend kurz schriftlich bestätigt.
Warum Gesagtes selten ankommt
Gedacht ist nicht gesagt. Gesagt ist nicht gehört. Auf der Kommunikationstreppe geht auf jeder Stufe etwas verloren – gedacht, gesagt, gehört, verstanden, einverstanden, umgesetzt. Rechne damit, statt dich darüber zu ärgern.
Dazu die Axiome von Watzlawick, von denen zwei im Betrieb jeden Tag wirken: Man kann nicht nicht kommunizieren – auch Schweigen und eine unbeantwortete Mail sind eine Botschaft. Und: Jede Mitteilung hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt – die Beziehung entscheidet, wie der Inhalt ankommt.
Nach Schulz von Thun hat jede Nachricht vier Seiten, und der Empfänger entscheidet, welche er hört:
| Seite | Beispiel Mahnung |
|---|---|
| Sache | „Die Rechnung ist seit 14 Tagen überfällig.“ |
| Selbstoffenbarung | „Ich brauche Planungssicherheit.“ |
| Beziehung | „Ich nehme an, da ist etwas dazwischengekommen.“ |
| Appell | „Bitte überweisen Sie bis Freitag.“ |
Eine Mahnung, die nur Sache und Appell transportiert, kommt als Vorwurf an. Eine, die alle vier Seiten bedient, bleibt freundlich und wirkt trotzdem.
Aktives Zuhören
Zuhören heißt verstehen wollen – nicht auf den eigenen Einsatz lauern. Ausreden lassen, nachfragen, in eigenen Worten zusammenfassen, Pausen aushalten. Das kostet Zeit und spart Missverständnisse, die ein Vielfaches kosten.
Kundenkommunikation: Berechenbarkeit schafft Vertrauen
- Sprich über das Motiv des Kunden, nicht über deine Leistung. Der Handwerker will mehr Aufträge, nicht eine schönere Website.
- Überkommuniziere. Kein Kunde war je verärgert, weil er zu gut informiert war. Erkläre den Ablauf: Was passiert wann, wer macht was, wann meldest du dich wieder.
- Verzögerungen vorher melden, nicht nachher erklären.
- Erreichbarkeit festlegen – wie und wann – und sie einhalten. Berechenbarkeit schlägt ständige Verfügbarkeit.
- Die 48-Stunden-Regel: nie länger ohne Reaktion. Eine Zwischennachricht genügt, wenn die Lösung dauert.
- Über Geld und Zeit offen reden. Gründer schieben das Thema – und bekommen Unterschiede zwischen Erwartung und Rechnung, die am Ende die Beziehung kosten.
Zufriedenheit entsteht an Berührungspunkten
Schreibe den Weg deines Kunden auf, vom ersten Kontakt bis zur Rechnung – mindestens sieben Berührungspunkte. An jedem entscheidet sich ein Stück der Beziehung. Dabei hilft die Einteilung der Leistungsmerkmale:
- Basis: muss stimmen, wird nie gelobt – Pünktlichkeit, Sauberkeit, Erreichbarkeit. Fehlt es, ist der Kunde weg. Sichere das mit Checklisten.
- Leistung: je mehr, desto zufriedener – Geschwindigkeit, Auswahl, Preis.
- Begeisterung: wird nicht erwartet und deshalb erzählt – die handgeschriebene Karte, das Foto vom Ergebnis, die kurze Einweisung.
Und stelle die Zufriedenheitsfrage: nach dem ersten Auftrag, nach jeder Reklamation, einmal im Jahr bei Stammkunden. Eine Frage genügt: „Was hätten wir besser machen können?“
Die vier schwierigen Gespräche
Ein Konflikt entsteht nicht durch das Problem, sondern durch die Art, wie darüber gesprochen wird.
- Die Reklamation: zuhören, Verständnis zeigen, klären, lösen mit Termin, nachfassen. Nie rechtfertigen. Die Sätze, die alles verschlimmern: „Das kann nicht sein“ (du nennst den Kunden einen Lügner) und „Da kann ich nichts machen“ (du erklärst dich für machtlos).
- Das Preisgespräch: Wenn „zu teuer“ kommt, zuerst nachfragen – „Zu teuer im Vergleich womit?“ Dann den Wert wiederholen, nicht den Preis verteidigen. Wenn der Preis fallen soll, fällt die Leistung mit: weniger Umfang, längere Lieferzeit, Eigenleistung. Deinen Mindestpreis kennst du vorher.
- Nein sagen: klar („Das kann ich nicht übernehmen“), kurz begründet, mit einer Alternative. Kein „eigentlich“, kein „vielleicht später“.
- Das Konfliktgespräch: vorbereitet, unter vier Augen, ohne Zeitdruck. Beobachtung statt Bewertung, Ich-Botschaft statt Du-Vorwurf: nicht „Sie sind nie pünktlich“, sondern „Mir fehlen die Unterlagen, und dadurch verschiebt sich die Abgabe.“ Wird es laut, wirst du leiser.
Das Verkaufsgespräch: wer fragt, der führt
Fünf Phasen – Vorbereitung, Einstieg, Bedarfsanalyse, Angebot, Abschluss. Die meisten Gespräche scheitern in Phase drei: Es wird angeboten, bevor verstanden wurde.
- Offen beginnen, geschlossen enden: „Was ist Ihnen dabei am wichtigsten?“ bringt mehr als jede Ja-Nein-Frage. Im ersten Teil redet der Kunde mehr als du.
- Nutzen statt Merkmale: Der Kunde kauft keinen Bohrer, er kauft das Loch in der Wand. Jedes Merkmal bekommt einen Vorteil und daraus einen Nutzen für genau diesen Kunden.
- Das Angebot nimmt Bezug auf das Gespräch, benennt klar, was gemacht wird und was nicht, zeigt Einzelpositionen und hat eine Frist.
- Drei Varianten – Basis, Standard, Komfort. Dann fragt der Kunde nicht mehr ob, sondern welche.
- Nachfassen: Viele Aufträge gehen nicht an den Billigsten, sondern an den, der sich meldet. Den Anruf beim Versand des Angebots ankündigen.
Einwände und Abschluss
Ein Einwand ist kein Nein. Er ist eine Frage. Die Bedingungsfrage trennt Einwand und Vorwand: „Angenommen, wir lösen das – sind wir uns dann einig?“
Fünf Schritte: zuhören, Verständnis zeigen (anerkennen, nicht zustimmen), nachfragen, mit dem Nutzen antworten, Zustimmung sichern. Vermeide die Ja-aber-Falle: Wer widerspricht, gewinnt die Diskussion und verliert den Auftrag.
Rabatt nur gegen Gegenleistung – Vorkasse, längere Laufzeit, mehr Menge, Referenz. Sonst sagt der Nachlass dem Kunden: Mein Preis war vorher zu hoch. Und er kostet mehr, als er aussieht: Bei 1.000 Euro Preis und 700 Euro Kosten nehmen 10 Prozent Nachlass ein Drittel des Gewinns.
Kaufsignale sind Detailfragen nach Lieferzeit, Terminen oder Varianten. Dann hörst du auf zu argumentieren und fragst nach dem Abschluss – mit Zusammenfassung, Terminvorschlag oder der Frage nach der Variante. Viele Aufträge gehen verloren, weil niemand nach dem Auftrag fragt. Und wird es doch ein Nein: freundlich annehmen, nach dem Grund fragen, Kontakt halten.
Häufige Fragen
Wie reagiere ich auf „Ich muss noch überlegen“? Mit einer Frage: „Was genau möchten Sie noch abwägen?“ Meist steckt ein konkreter Punkt dahinter, der sich im Gespräch klären lässt.
Darf ich Kunden duzen? Entscheide es einmal für den ganzen Auftritt und bleib dabei – gemischte Anreden wirken unsicher.
Was mache ich bei einer unberechtigten Reklamation? Trotzdem zuhören und prüfen. Erst wenn der Sachverhalt geklärt ist, sachlich erklären, was Leistung war und was nicht – mit einer Lösung, nicht mit einem Urteil.
Dieser Text fasst den Kurs Kommunikation und Verkaufsgespräch der Gründerberatung der DKMU GmbH zusammen. Über den AVGS der Agentur für Arbeit ist er für dich kostenlos. Weiter geht es mit Kundenmanagement und Marketingstrategien. Alle Themen stehen in der Übersicht Gründerwissen.
Stand der Angaben: Oktober 2026. Dieser Text gibt den Inhalt unseres Kurses wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.