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Scheinselbstständigkeit erkennen und vermeiden – Praxistipps für Gründer und Selbstständige

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Über den Kurs

Scheinselbstständigkeit ist kein Formfehler, sondern eine Rechnung über vier Jahre. Gemeint ist der Fall, dass jemand formal als Selbstständiger arbeitet, tatsächlich aber wie ein Angestellter eingesetzt wird. Beide Seiten sparen zunächst: der Auftraggeber den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, der Auftragnehmer die eigenen Beiträge. Beide verlieren, wenn geprüft wird.

Wie es entsteht

Der typische Weg: Ein Arbeitnehmer wird gedrängt oder überredet, sich selbstständig zu machen – und arbeitet danach praktisch unverändert weiter. Nach außen ist er Unternehmer, in Wahrheit hat sich an seiner Tätigkeit kaum etwas geändert. Er zahlt keine Sozialversicherungsbeiträge mehr, und der Auftraggeber spart seinen Anteil. Dafür verliert er Kündigungsschutz, bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Was bei einer Prüfung passiert

Geprüft wird nicht nur vom Finanzamt, sondern auch von der Deutschen Rentenversicherung und vom Zoll. Wird eine Scheinselbstständigkeit festgestellt, sind sämtliche Sozialversicherungsbeiträge rückwirkend nachzuzahlen – in der Regel für vier Jahre, bei Vorsatz für deutlich längere Zeiträume. Im Visier steht dabei vor allem der Auftraggeber.

Die Merkmale, auf die geschaut wird

Entschieden wird immer im Einzelfall, aber es gibt typische Indizien:

  • feste Arbeitszeiten wie bei Angestellten,
  • Eingliederung in Abläufe, Strukturen und Infrastruktur des Auftraggebers,
  • Arbeit überwiegend in den Räumen des Auftraggebers,
  • Weisungsgebundenheit – der Auftraggeber bestimmt, was, wann und wie gearbeitet wird,
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubsansprüche,
  • kein eigener Marktauftritt: keine Website, keine Visitenkarte, keine Werbung,
  • Tätigkeit fast ausschließlich für einen einzigen Auftraggeber.

Der letzte Punkt fällt am stärksten ins Gewicht. Ein echter Selbstständiger will mehrere Auftraggeber gewinnen und zeigt sich am Markt.

Das Statusfeststellungsverfahren

Wer unsicher ist, muss nicht raten. Mit dem Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung lässt sich vorab offiziell klären, ob eine Tätigkeit selbstständig oder sozialversicherungspflichtig ist. Es kann vom Auftraggeber, vom Auftragnehmer oder von der Rentenversicherung selbst eingeleitet werden, und das Ergebnis ist für alle Sozialversicherungsträger bindend. Besonders sinnvoll ist das bei neuen Aufträgen und immer dann, wenn die Zusammenarbeit viele Merkmale einer Festanstellung trägt.

Wie du dich schützt

  • Mehrere Auftraggeber aufbauen – das ist der wirksamste Schutz.
  • Sichtbar am Markt sein: eigene Website, eigene Angebote, eigene Preise.
  • Eigene Betriebsmittel nutzen und selbst über Arbeitszeit und Arbeitsort entscheiden.
  • Verträge als Werk- oder Dienstverträge gestalten, die Ergebnisse beschreiben statt Anwesenheit.
  • Im Zweifel das Statusfeststellungsverfahren nutzen, bevor die Zusammenarbeit beginnt.

Häufige Fragen

Ab wann ist ein einziger Auftraggeber gefährlich?

Ein Auftraggeber allein macht noch keine Scheinselbstständigkeit – zusammen mit Weisungsrecht, festen Zeiten und fehlendem Marktauftritt wird daraus aber ein starkes Indiz.

Wer zahlt am Ende nach?

In erster Linie der Auftraggeber, der die Beiträge abzuführen gehabt hätte.

Hilft eine Klausel im Vertrag, die Selbstständigkeit festschreibt?

Nein. Entscheidend ist, wie die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird, nicht wie sie im Vertrag heißt.

Was dich in diesem Kurs erwartet

Wir gehen die Merkmale an Beispielen durch, schauen uns den Ablauf des Statusfeststellungsverfahrens an und sammeln die Punkte, mit denen du deine Selbstständigkeit belegst. Passend dazu: Sozialversicherung für Selbstständige und Rechtsformen. Über den AVGS der Agentur für Arbeit ist der Kurs für dich kostenlos. Alle Themen stehen in der Übersicht Gründerwissen.

Stand der Angaben: Oktober 2026. Dieser Text gibt den Inhalt unseres Kurses wieder und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.

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Was werde ich lernen?

  • Definition und rechtliche Grundlagen der Scheinselbstständigkeit
  • Typische Kriterien, die eine Scheinselbstständigkeit vermuten lassen
  • Prüfverfahren durch Finanzamt, Rentenversicherung und Zoll
  • Rechtliche und finanzielle Folgen einer Feststellung
  • Praktische Maßnahmen zur Risikominimierung

Kursinhalt

Scheinselbstständigkeit
Scheinselbstständigkeit erkennen und vermeiden – Praxistipps für Gründer und Selbstständige

  • Coaching: Scheinselbstständigkeit
  • Video: Scheinselbstständigkeit
    04:02
  • Test: Scheinselbstständigkeit

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Bewertungen und Rezensionen von Teilnehmern

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SG
vor 1 Jahr
Super