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Urheberrecht für Gründer: Bilder, Karten und Medien rechtssicher nutzen

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Über den Kurs

„Rechtsklick, speichern unter, hochladen, fertig.“ So entsteht die häufigste und teuerste Rechtsverletzung einer jungen Website. Das Urheberrecht schützt nach § 1 UrhG die Werke von Autoren, Fotografen, Wissenschaftlern, Künstlern und Designern – also von allen, die Inhalte schaffen. Wer fremde Inhalte ohne Erlaubnis nutzt, bekommt keine Rechnung, sondern eine Abmahnung.

Was eine Abmahnung wirklich kostet

Eine Abmahnung bringt drei Forderungen auf einmal: Unterlassung, Auskunft über die Nutzung und Schadensersatz – dazu die Anwaltskosten der Gegenseite. Bei Websites bewegen sich die Beträge typischerweise zwischen 1.000 und 10.000 Euro. Bei Vorsatz sind strafrechtliche Folgen möglich; das Gesetz sieht Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren vor.

Wenn eine Abmahnung kommt: Ruhe bewahren, Fristen einhalten, nichts vorschnell unterschreiben und fachlichen Rat holen. Der teuerste Fehler passiert nämlich meistens nach der Unterlassungserklärung.

Der Fehler nach der Unterlassungserklärung

Wer eine Unterlassungserklärung unterschreibt, muss das Bild wirklich überall entfernen – nicht nur auf der Seite. Es steckt außerdem in der Mediathek, in den automatisch erzeugten Vorschaugrößen, im Cache des Servers, im CDN und in den Sicherungen. Solange die Datei über ihre direkte Adresse erreichbar ist, gilt der Verstoß als fortgesetzt – und dann wird die vereinbarte Vertragsstrafe fällig. Löschen heißt: aus der Datenbank und vom Server, nicht nur aus der Seite.

Fünf Bereiche, in denen es regelmäßig knallt

  • Texte. Copy-and-paste ist tabu. Zitate sind nur in engen Grenzen erlaubt: kurz, zweckgebunden, mit klarer Quellenangabe und erkennbarem Zitatzweck. Ganze Absätze zu übernehmen, um Zeit zu sparen, ist kein Zitat. Auch Bildunterschriften, Claims und Slogans sind geschützt.
  • Logos und Marken. Fremde Logos, Markennamen und Produktdesigns sind heikel, besonders in der Werbung. Screenshots aus Shops und Produktfotos anderer Firmen sind nicht frei nutzbar. Redaktionell über eine Marke zu berichten kann zulässig sein – für werbliche Nutzung brauchst du in der Regel eine Erlaubnis.
  • Grafiken und Vorlagen. Auch eine bearbeitete Grafik bleibt geschützt; eine Farbe ändern oder spiegeln macht daraus kein eigenes Werk. Bei Vektoren, Icons und Templates immer die Lizenz lesen: Ist die kommerzielle Nutzung erlaubt? Sind Anpassungen zulässig? Ist eine Namensnennung nötig? Eine Lizenz kann die digitale Nutzung erlauben und den Druck verbieten.
  • Schriften. Schriften sind lizenziert wie Software. Eine Schrift, die du in einem Dokument nutzen darfst, darfst du nicht automatisch als Webfont einbinden.
  • Musik, Audio und Video. Hintergrundmusik im Werbeclip braucht eine Lizenz für genau diesen Zweck. „Nur ein paar Sekunden“ ist keine Ausnahme.

Zwei Stolpersteine, die kaum jemand auf dem Schirm hat

Kartenausschnitte. Einen Screenshot aus Google Maps als Anfahrtsskizze einzubinden ist nicht zulässig. Wer eine Karte zeigen will, nutzt die offizielle Einbindung des Anbieters oder eine freie Alternative wie OpenStreetMap – mit der dort geforderten Namensnennung.

Man findet dich. Rechteinhaber arbeiten mit Software, die Bilder an unsichtbaren Wasserzeichen erkennt, und mit Werkzeugen, die kurze Textpassagen und inhaltliche Ähnlichkeiten aufspüren. Die Vorstellung, eine kleine Website falle schon nicht auf, ist seit Jahren überholt.

Wie du auf der sicheren Seite bleibst

  • Eigene Fotos machen oder Bilder mit klarer, nachlesbarer Lizenz kaufen – und die Lizenz samt Datum ablegen.
  • Texte selbst schreiben oder schreiben lassen. Künstliche Intelligenz senkt den Aufwand dafür so weit, dass Abschreiben keinen Zeitvorteil mehr bringt – an den Regeln ändert sie nichts.
  • Bei jedem Element notieren, woher es stammt und was die Lizenz erlaubt. Diese Liste ist Gold wert, wenn später jemand fragt.
  • Namensnennungen tatsächlich setzen, wenn die Lizenz sie verlangt – meist im Impressum oder direkt an der Grafik.

Häufige Fragen

Reicht es, die Quelle anzugeben?

Nein. Eine Quellenangabe ersetzt keine Erlaubnis. Nur wo die Lizenz die Nutzung erlaubt, wird die Namensnennung zur Pflicht – ohne Lizenz bleibt die Nutzung verboten, auch mit Quelle.

Was ist mit Bildern, die ich nur leicht bearbeitet habe?

Bearbeitung schafft kein eigenes Werk. Zuschnitt, Farbfilter oder Spiegelung ändern nichts am Schutz des Originals.

Und bei Bildern aus einer KI?

Prüfe die Nutzungsbedingungen des Dienstes, besonders für die kommerzielle Nutzung. Und achte darauf, dass das Ergebnis keine fremde Marke und kein geschütztes Design nachbildet – dann greift zusätzlich das Markenrecht.

Was dich in diesem Kurs erwartet

Der Kurs geht die fünf Risikobereiche mit Beispielen durch, zeigt den Ablauf einer Abmahnung und erklärt Schritt für Schritt, wie nach einer Unterlassungserklärung sauber gelöscht wird. Danach weißt du, welche Frage du dir vor jedem Upload stellen musst.

Passend dazu: Markenrecht und Rechtliche Risiken bei Websites. Über den AVGS der Agentur für Arbeit ist der Kurs für dich kostenlos. Alle Themen stehen in der Übersicht Gründerwissen.

Stand der Angaben: Oktober 2026. Dieser Text gibt den Inhalt unseres Kurses wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.

Mehr anzeigen

Was werde ich lernen?

  • Was Urheberrecht schützt – und wo Markenrecht in der Praxis „mitspielt“ (Logos/Produktdesigns, Werbung vs. Redaktion)
  • Rechte sicher klären: Stock-Lizenzen, CC-Lizenzen (BY/SA/NC/0), Attribution/Namensnennung korrekt umsetzen
  • Texte rechtssicher: Zitieren in engen Grenzen, keine Copy-Paste-Passagen
  • Grafiken & Templates: Bearbeitung ≠ freie Nutzung; Nutzungsbeschränkungen (z. B. „nicht als Logo“) erkennen
  • Schriften/Webfonts: Lizenzarten (Desktop/Web/App), Google-Fonts lokal hosten (DSGVO), Icon-Fonts vs. SVG
  • Musik/Audio/Video: Nutzung in Website, Reels, Ads; Content-ID, GEMA-frei, Nachweise aufbewahren
  • Karten: Google-Maps nur per Einbettung, OSM mit Attribution
  • Abmahnung-First-Aid: vollständiges Entfernen (Server/CDN/Backups)

Kursinhalt

Gefahren der Selbstständigkeit – Urheberrecht

  • Video: Gefahren der Selbstständigkeit – Urheberrecht
    05:50
  • Coaching: Gefahren der Selbstständigkeit – Urheberrecht
  • Test: Gefahren der Selbstständigkeit – Urheberrecht

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Bewertungen und Rezensionen von Teilnehmern

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SG
vor 1 Jahr
Super